Kiefergelenke

CRANIOMANDIBULÄRE DYSFUNKTIONEN

Funktionsdiagnostik und –therapie der Kiefergelenke im JUPHIA.

Der Begriff „craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)“ umfasst eine Reihe klinischer Symptome der Kaumuskulatur und/oder des Kiefergelenks sowie der dazugehörenden Strukturen im Mund- und Kopfbereich.

Symptome

  • Schmerzen beim Kauen
  • Kopfschmerzen
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Das Kiefergelenk knackt und knirscht

Ursachen

Kiefergelenksprobleme können viele Ursachen haben. Die Symptome zeigen sich oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

Über- oder Fehlbelastung der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke durch

  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Angewohnheiten wie das Kauen auf Fingernägeln,
    Kaugummi etc.
  • Veränderte Zahnkontakte, Zahnfehlstellungen und
    Probleme mit dem Zusammenbiss (Okklusionsstörungen)
  • muskuläre Fehlfunktionen
  •  

Funktionsdiagnostik

Die zahnärztliche Funktionstherapie dient der Diagnose und Behandlung von Problemen rund um das Kiefergelenk. Aufgrund seiner komplexen Struktur und Funktion und der großen Belastung, der es ständig ausgesetzt ist, ist das Kiefergelenk besonders störanfällig.

Im Zuge der Diagnostik werden klinische Untersuchungen, bildgebende Verfahren (DVT, MRT, Ultraschall etc.) und Bewegungsanalysen gemacht.

  1. Die Untersuchung des Kausystems mittels der klinischen Funktionsanalyse*:

 

  • Anamnese (Erfassen der Vorgeschichte)
  • Abtasten (Palpation) der beteiligten Muskeln, Sehnen
    und Bänder
  • Klinische Analyse des Umfangs der Funktionsstörung,
    der Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne
  • Messung und Dokumentation des Bewegungsumfangs
    des Unterkiefers (modernste elektronische Kiefergelenksvermessung z.B. mit Arcus Digma)

 

  1. Bei bestimmten Fragestellungen unterstützen bildgebende Verfahren die klinische Diagnostik. Für die Kiefergelenkdiagnostik ist häufig die Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) als Mittel der Wahl anzusehen.
 
  • * Die Kosten für die Funktionsdiagnostik werden von den gesetzlichen
        Krankenkassen nicht übernommen.

Zahnärztliche Funktionstherapie

Aufklärung über die Zusammenhänge

Allein die Aufklärung über Ursachen der Beschwerden ist für viele Patienten sehr hilfreich. Sie beruhigt in den meisten Fällen die Patienten, dass keine bösartige Erkrankung vorliegt und dass gute Möglichkeiten der erfolgreichen Behandlung bestehen.

 

Schienentherapie

Ein sehr wirkungsvolles Mittel zur Behandlung von CMD sind so genannte Okklusionsschienen. Sie schützen die Zähne dauerhaft vor weiterer Abnutzung. Zudem „stören“ sie kurzzeitig die Kaumuskulatur beim Pressen/Knirschen und können so Verspannungen in der Kaumuskulatur lösen helfen. Natürliche Bisssituationen, wie z.B. die „Front-Eckzahn-Führung“ werden wieder hergestellt.

In der Regel wird die Schiene nachts getragen. In bestimmten Fällen soll die Schiene auch tagsüber
im Mund bleiben. Da sich die Lage des Unterkiefers während der Behandlung verändern kann, muss sie sorgfältig eingeschliffen („adjustiert“) und regelmäßig kontrolliert und ggf. angepasst werden. Die korrekten Zahnkontakte, die mit der Okklusionsschiene eingestellte Kieferposition und der Heilungsverlauf werden dabei durch den Zahnarzt überprüft.


Medikamente

Medikamente können bei akuten Schmerzen eine Linderung erzielen und die funktionstherapeutische Behandlung wirksam unterstützen.


Physiotherapie

Bei der initialen Behandlung craniomandibulärer Dysfunktionen können physiotherapeutische Maßnahmen oft eine sehr gute unterstützende Hilfe leisten.


Definitive, dauerhafte Therapien

Das Anfertigen/Sanieren von Zahnersatz in einer medizinisch optimalen Bisshöhe (Vertikaldimension) ist die
effektivste Methode zum Erreichen gesunder Gelenkverhältnisse. Im Notfall kommen auch chirurgische Eingriffe in Betracht.

Zusätzliche therapeutische Möglichkeiten

Probleme im Kiefergelenk können auch Fehlstellungen an anderen Stellen im Körper verursachen. Umgekehrt können Fehlhaltungen Ursache für Probleme im Kiefergelenk sein.
Besonderes Augenmerk gilt dabei der Kiefer-, Kopf- und Nackenregion. Der ganzheitliche Ansatz ist die Grundlage für einen nachhaltigen Behandlungserfolg.

Unsere therapeutischen Möglichkeiten reichen von einer Schienenbehandlung über die Anfertigung von funktionsgerechtem Zahnersatz bis hin zur Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden, Physiotherapeuten und Heilpraktikern.

In besonders schwierigen Fällen macht auch die Zusammenarbeit mit einer Spezialsprechstunde Sinn, z.B. der CMD-Sprechstunde der Charité. Gerne stellen wir in diesen Fällen den Kontakt her und überweisen Sie an die richtige Stelle.

Bitte vereinbaren Sie einfach für die Erstuntersuchung einen Termin bei Frau Katherina Krüger oder bei Herrn Dr. Johannes Czerwinski.